Was aus biblischer Sicht gegen die Säuglingstaufe spricht

1. Im NT ist nur von der Taufe von Menschen berichtet, die durch eineeigene Entscheidung Jesus Christus als ihren persönlichen Erlöser undHerrn angenommen haben. (Apg 2,38.41; 8,12; 8,36; 9,18; 10,47f.;16,15; 16,33; 18,8). Bei der Taufe steht also der persönliche Glaube des Täuflings im Vordergrund. Deshalb spricht man in Abgrenzung zur Säuglingstaufe von der Glaubenstaufe. Es kann vorkommen, dass ein Glaubendernicht getauft ist. Aber es ist biblisch gesehen undenkbar, dass einer,der getauft wird, nicht an das Evangelium glaubt.

2. Auch wenn im NT von der Taufe ganzer Familien bzw. Hausgemeinschaften berichtet wird (Apg 10,24-44; 16,14; 16,32.33), ist nirgendsausdrücklich von der Taufe von Säuglingen die Rede.

3. In Röm 6,1-11 wird die Bedeutung der Taufe dargelegt. Sie ist Symbol der Einheit mit Jesus in seinem Tod und seiner Auferstehung, sie spricht vom Tod des alten Menschen und von einem grundlegenden Herrschaftswechsel. All dies setzt eine persönliche Glaubensentscheidung voraus und kann einem Säugling weder zugesprochen noch von ihm erwartet werden. Auch die Begründung der Säuglingstaufe mit der allgemein praktizierten Beschneidung der Juden im AT ist fragwürdig.

4. Viele Pastoren praktizieren zwar aus Gründen der Tradition die Säuglingstaufe, betonen jedoch, dass die Säuglingstaufe das ewige Heil nicht vermittelt. Sie weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass derSäugling das in der Taufe zugesprochene Ja Gottes später durch sein persönliches Ja bestätigen muss. Sie verpflichten die Eltern, ihrem Kind in Wort und Leben den Glauben an Jesus zu bezeugen. Bei diesem Harmonisierungsversuch zwischen kirchlicher Tradition und biblischer Lehre muss uns bewusst sein, dass das Ja Gottes zum Kind und die Verpflichtung der Eltern auch im Rahmen einer Kindersegnung bezeugt werden kann.

5. Man kann die Säuglingstaufe auch nicht mit dem Hinweis retten,dass zu unterscheiden sei zwischen der Missionssituation (wo die Glaubenstaufepraktiziert wird) und der volkskirchlichen Situation (wo dieSäuglingstaufe gepflegt wird). Denn erstens sagt Paulus in Eph 4,5, dass es nur «eine Taufe» gibt, und zweitens hat sich unsere volkskirchliche Situation sehr stark zu einer Missionssituation gewandelt.

6. Entschieden zurückgewiesen werden muss der weitverbreitete Glaube, dass die Säuglingstaufe den Anschluss an die christliche Gemeinde bewirke (kirchliche Mitteilungen: «Durch die Taufe wurden in die christliche Gemeinde aufgenommen ...») oder gar das Christsein begründe und die Wiedergeburt vermittle (Taufwiedergeburtslehre). Diese Auffassungen bewirken bis heute eine Immunisierung gegen die Buss- und Bekehrungspredigt,da sich viele noch irgendwie als Christen empfinden.

In Gemeinden, die sowohl Säuglingstaufe als auch Kindersegnung praktizieren, müssen die Gemeindeglieder lernen, einander gegenseitig zu achten und die Tauffrage nicht zur Streitfrage werden zu lassen. Die Spannung, persönlich eine klare Überzeugung zu haben ohne dabei überheblich auf Christen hinabzuschauen, die anders denken, bedingt ein hohes Mass an Demut und gegenseitiger Achtung. Gerade in dieser Frage können Christen modellhaft zeigen, wie Frieden gelebt werden kann, wo Menschen unter der Herrschaft Gottes leben. So wichtig die Taufe auch ist: Das Heil liegt nicht inder richtigen Taufüberzeugung, sondern im persönlichen Glauben an Jesus Christus!

In der FEG Murten werden die Kinder im Gottesdienst oder privat unter den Segen Gottes gestellt.